Wirtschaftsleistung: Die Produktion hatte im Mai gegenüber dem Vormonat um 0,9% zugelegt, auch im Dreimonatsvergleich war sie gestiegen (Destatis 07.07.26). Die Zahl der Baugenehmigungen für neue Wohnungen war zuletzt im April um 10,3% gegenüber dem Vormonat gestiegen (Vorjahresvergleich: +4,0%) (Destatis 18.06.26). Im Mittelstand setzt allerdings sich die inzwischen drei Jahre andauernde Umsatzschwäche fort (DATEV 24.06.26), die Fahrleistung der Lastkraftwagen war im Juni um 1,7% gesunken – lag damit aber um 0,5% über Vorjahresniveau (Destatis 08.07.26). Der IWF hat seine Prognose für Deutschland im Juli geringfügig reduziert und erwartet ein BIP-Wachstum in Höhe von 0,7% für das laufende Jahr (Euro-Raum 0,9%). Damit blickt der IWF etwas optimistischer auf Deutschland als etwa der Sachverständigenrat (IWF 08.07.26).
Auftragslage: Der Auftragseingang hat im Mai gegenüber dem Vormonat um 1,9% zugelegt (Destatis 06.07.26). Der Bestand an Aufträgen bei den Unternehmen war damit im Vormonatsvergleich um 0,4% gestiegen, womit die Auftragsbücher um 8,4 % dicker als vor einem Jahr waren (Destatis 18.06.26).
Insolvenzen und Gründungen: Im 1. HJ lagen die Insolvenzen um 7,8% über der Vorperiode (Creditreform 24.06.26). Zuletzt im April lagen die Insolvenzen um 7,1% über dem Vorjahreszeitraum. (Destatis 10.07.26). Gleichzeitig nimmt die Zahl der Unternehmensgründungen stark zu: Zwischen Januar und Juni wurden 52% mehr Startups gegründet als in der Vorperiode und damit 2026 schon mehr als 2024 insgesamt (SV 07.07.26).
Preisentwicklung: Die Inflationsrate lag im Juni 2026 2,3% und damit nur noch geringfügig über der EZB-Zielmarke. Auch die Teuerung bei den Energieprodukten fiel weniger stark aus als im Vormonat (Destatis 10.07.26). Zuletzt planten weniger Unternehmen, ihre Preise zu erhöhen, der ifo-Index für die Preiserwartungen sank im Juni auf 26,4 Punkte (Mai: 30,0) (ifo 30.06.26). Für das Gesamtjahr dürfte die Inflationsrate im Schnitt bei 3,1% liegen, (RWI 16.06.26) weltweit bei 4,7% (IWF 08.07.26).
Arbeitsmarkt: Die Arbeitslosenquote sank im Juni auf 6,2% (ILO-Erwerbskonzept: 3,7%) (BA 30.06.26). Allerdings planen die Unternehmen wieder vermehrt Stellen abzubauen, das ifo- Beschäftigungsbarometer ist zuletzt leicht gesunken (ifo 30.06.26). In der Industrie ist die Zahl der Beschäftigten 2025 auf ein Zehnjahrestief von nur noch 6,6 Mio. gefallen, der Anteil der Industrie am Arbeitsmarkt fiel von 22% 2014 auf 19%. Zugleich sind die Löhne in der Industrie deutlich schwächer gestiegen als in den übrigen Branchen, sodass sich der Lohnvorsprung der Industrie etwa halbiert hat (Bertelsmann/IW 18.06.26).
Außenwirtschaft und Lieferketten: Die Belastungen des Welthandels infolge des Iran-Kriegs lassen nach, der weltweite Containerumschlag ist leicht gestiegen (RWI/ISL 29.06.26). Die deutschen Exporte stiegen im Mai gegenüber dem Vormonat um 0,9% und lagen 6,1% über Vorjahresniveau (Destatis 08.07.26). Allerdings steigen die Probleme bei der Beschaffung von Vorprodukten, besonders in der Chemie (ifo 07.07.26).
Finanzen und Investitionen: In Q2 berichteten vier von zehn der KMU von Problemen bei der Kreditaufnahme – ein neuer Höchstwert. (KfW 07.07.26).
Standort Deutschland: Im industriellen Mittelstand bewerten 80% der Unternehmen die aktuelle wirtschaftliche Lage mit „befriedigend“ oder schlechter. Belastend empfinden die KMU Regulierung, Arbeitskosten, Sozialabgaben und Energiepreise. Angesichts dieser ungewissen Zukunft haben die meisten Unternehmen aktuell keine weiteren Investitionen geplant (42%) (BDI 08.07.26). Der deutsche Staat investierte 2025 um 12,3% mehr als im Vorjahr – der höchste Anstieg seit dem Jahr 2000 (Destatis 29.06.26). Im Zuge der Investitionen kann mit einem konjunkturellen Impuls gerechnet werden (DSGV 29.06.26).
Geschäftsklima: Das Geschäftsklima im Mittelstand sank im Juni leicht. Während sich die Lage der KMU leicht verbessert hat, schauen sie etwas pessimistischer in die Zukunft (KfW/ifo 29.06.26). Bei den Soloselbständigen und Kleinstunternehmen hat sich die Stimmung zuletzt leicht verbessert (ifo 10.07.26), in der Chemieindustrie hat sich die Stimmung deutlich aufgehellt (ifo 01.07.26).

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