Wirtschaftsleistung: Die deutsche Wirtschaft ist seit Ende 2025 im Aufschwung. Die Erholung ist stärker als noch im Frühjahr erwartet. Gestützt wird es von der expansiven Finanzpolitik und Nachfrage aus dem Ausland. Die Produktion war von Mai bis Juli um 0,4% höher als in den drei Monaten zuvor (Destatis 07.08.26). Im Mittelstand entwickelte sich der Umsatz zuletzt oberhalb des Vorjahresniveaus. Der DATEV-Mittelstandsindex hat angezogen, besonders im mittelständisch geprägten Gastgewerbe (DATEV 22.09.26). Die Fahrleistung von Lastkraftwagen, ein Frühindikator der Wirtschaftsleistung, ist im August um 0,6% gestiegen und lag um 2,0% über Vorjahresniveau (Destatis 09.09.26). Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Prognosen für 2026 um ganze 0,7 Prozentpunkte angehoben und erwarten ein BIP-Plus von 1,3% (GD 24.09.26). Auch die OECD wurde optimistischer und rechnet mit einem Plus von 1,1% (OECD 23.09.26).
Auftragslage: Der Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe ist im Juli gegenüber dem Vormonat um 2,5% gestiegen. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich lag kamen 2,9% mehr Aufträge rein gegenüber der Vorperiode (Destatis 04.09.26).
Insolvenzen und Gründungen: Im Juni wurden 2.266 Insolvenzen registriert, 15,8% mehr als im Vorjahresmonat (Destatis 11.09.26).
Preisentwicklung: Die Inflationsrate hat infolge der hohen Energiepreise deutlich angezogen und lag im September deutlich über der EZB-Zielmarke (2,0%) bei 3,3% (August: 2,9%). Ohne Nahrungsmittel und Energie (Kerninflation) betrug sie 2,4%. Die Preise für Energie stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat um 14,9% (August: 10,5%) (Destatis 30.09.26), hier lag Deutschland unter dem Schnitt der OECD-Staaten (11,6%) (OECD 29.09.26). Im September planten mehr Unternehmen, ihre Preise zu erhöhen (ifo 30.09.26).
Arbeitsmarkt: Mit einer schwach ausfallenden Herbstbelebung ist die Arbeitslosigkeit im September zurückgegangen, die Arbeitslosenquote sank auf 6,4% (ILO-Erwerbskonzept: 4,3%) (BA 30.09.26). Das ifo Beschäftigungsbarometer stieg leicht, die Unternehmen planen aber weiterhin mit weniger Personal (ifo 29.09.26). Die Löhne steigen weiter, im August lagen sie um 5,6% über Vorjahresniveau (DATEV 22.09.26).
Außenwirtschaft und Lieferketten: Deutschland hatte 2025 den zweitgrößten Leistungsbilanzüberschuss weltweit, nach China und vor Japan (UNCTAD 29.09.26). Im Juli sind die Exporte um 0,8% gesunken, lagen aber um 6,1% über Vorjahresniveau (Destatis 08.09.26). Die Stimmung in der Exportwirtschaft hat sich zuletzt leicht eingetrübt (ifo 25.09.26). Insgesamt 30% der deutschen Mittelständler mit Auslandsgeschäft gehen davon aus, dass ihre grenzüberschreitenden Umsätze in den kommenden drei Jahren sinken werden, 6% rechnen mit einem starken Rückgang. Eine zunehmende Zahl der Mittelständler plant eine Verlagerung ihrer Tätigkeiten ins Ausland: In den vergangenen fünf Jahren haben das nur 4% aller Auslandsaktiven KMU getan, 12% wollen das in den kommenden fünf Jahre tun, in der Industrie sogar 29% (KfW 07.09.26).
Standort Deutschland: Deutschlands Innovationskraft liegt im Vergleich von 140 Volkswirtschaften auf Platz 11. Schwach schneidet der Standort allerdings bei der Nutzung digitaler Technologien (Rang 60) und den unternehmerischen Rahmenbedingungen (Rang 36) ab (WIPO 29.09.26). Die Hälfte der deutschen Unternehmen nennt Bürokratie und Regulierung als größtes Problem des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Mit deutlichem Abstand folgen die Energiekosten mit 27% und die Arbeitskosten mit 22% (ifo 21.09.26). Die Lese-, Mathematik- und Naturwissenschaftsleistungen der deutschen 15-Jährigen ist laut aktueller PISA-Studie nach dem Einbruch während der Coronazeit (2018-2022) bis 2025 noch einmal deutlich gesunken und haben historische Tiefststände erreicht. Der Rückgang des Bildungsniveaus entspricht langfristig einem Verlust im Erwerbseinkommen von 3% bis 4%, im Vergleich zum Vor-Corona-Niveau sogar 9% bis 10% - gesamtwirtschaftlich gehen Deutschland dadurch Billionenbeträge verloren (ifo 08.09.26).
Geschäftsklima: Das mittelständische Geschäftsklima stieg im September deutlich, und zwar zum fünften Mal in Folge. Erneut verbessern sich Lagebeurteilung und Geschäftserwartungen. Bemerkenswert ist darüber hinaus, dass bei KMU die Export- und Beschäftigungserwartungen anziehen (Kfw/ifo 29.09.26).

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