Vorbildliches Konversionsprojekt

Datum des Artikels 14.04.2026
Basis aktuell

Vorstand der MIT-Bergstraße bei der IGENA in Wald-Michelbach zu Besuch

"In 21 Jahren von einer Industriebrache zu einem lebendigen, vielfältigen Industriepark für mittelständische Unternehmen, so lässt sich nach dem Besuch der IGENA in Wald-Michelbach dieses vorbildliche Konversionsprojekt zusammenfassen", so der ehemalige Bergsträßer Landrat, Kreisvorsitzender Dr. Matthias Wilkes.
Der Vorstand der Mittelstands- und Wirtschaftsunion Bergstraße ließ sich aus erster Hand von den beiden Geschäftsführern Steffen Reinsch und Werner Lipp die Entwicklung und den derzeitigen Stand des Projektes präsentieren. Zu Beginn des Besuches stand einen Rundgang, der den Mitgliedern der MIT konkrete Einblicke in das Projekt verschaffte. Nach der Insolvenz der Cornet-Werke hatte im Jahr 2005 hat wohl fast niemand an eine erfolgreiche Vermarktung der damaligen Industriebrache geglaubt. Mittlerweile sind dort 48 Mieter überwiegend aus der Region und dem Mittelstand eingezogen und sichern dort über 200 Arbeitsplätze, sowie Gewerbe- und Einkommensteuer. Gleichzeitig machen Sie den Standort Überwald wieder attraktiv um auch dort zu leben und zu wohnen. Das Projekt hat über seine Grenzen hinaus Wirkung. Mit dem Heizkraftwerk welches mit Altholz überwiegend aus dem Odenwald betrieben wird, werden sogar die beiden großen Schulen, das Überwald-Gymnasium und die Eugen Bachmann Schule, eine Kindertagesstätte und weitere Liegenschaften mit Fernwärme versorgt. "Die Macher der IGENA haben anders als die Verantwortungsträger der Bundesregierung verstanden, wie man nachhaltige Energiepolitik betreibt", so dass einmütige Echo aus dem Vorstand der Mittelstandsvereinigung.
Für die Verantwortlichen der MIT ist dieses Projekt nicht nur ein Vorzeigeprojekt, sondern geradezu eine Blaupause, wie man Gewerbe- und Industrieansiedlung betreiben kann, ohne auf immer neue Flächen zu zugreifen. Die Diskussionen um die Regionalplanung und die überall zu hörende Klage, was zu geringe Flächenausweisungen für Gewerbe angeht, ist sehr einseitig. In fast allen Gemeinden gibt es Industriebrachen und alte Gewerbeflächen, oft sogar in hervorragender Lage und guter Erschließung, die wie in Wald-Michelbach reaktiviert und für neue gewerbliche Zwecke genutzt werden könnten. Die IGENA in Wald-Michelbach besetzt hier eine eindeutige Vorreiterrolle. Ein ähnliches Erfolgsprojekt gibt es im Odenwald im Lautertal mit dem ehemaligen Standort der Ciba-Geigy, wo ab Ende der Neunzigerjahre viele neue Nutzungen für Gewerbe und Wohnen entstanden sind. Die MIT empfiehlt allen Kommunalpolitikern, die jetzt nach der Kommunalwahl neu starten, sich bei der IGENA einmal zu informieren. Steffen, Reinsch und Werner Lipp betonten: "Jeder Interessent, auch aus der Kommunalpolitik, ist bei uns jederzeit herzlich willkommen!"
Zusammengefasst stellte Kreisvorsitzender Matthias Wilkes stellte zum Schluss des Besuches fest: "Ich habe schon bei einem Besuch vor zehn Jahren gesagt: Hier ist das Silicon- Valley des Odenwalds entstanden. Diesen Satz kann man heute nur noch einmal fett unterstreichen."